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Vergewaltigung und Übergriffe in Jugendzentrum?
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Vergewaltigung und Übergriffe in Jugendzentrum?
Foto: Hildburg Bruns
Im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 16-Jährigen in einem Neuköllner Jugendclub gibt es mittlerweile mehrere Strafanzeigen gegen Verantwortliche. Das teilte Jugendsenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) in der Fragestunde des Abgeordnetenhauses mit. Die Senatorin erhob erneut schwere Vorwürfe gegen Neuköllns Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke) und das bezirkliche Jugendamt. Günther-Wünsch sprach ausdrücklich vom "Versagen des Jugendamtes" und forderte "spürbare Konsequenzen“.
Nach Angaben der Senatorin wurden nach Strafanzeigen Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung gegen zwei Mitarbeiterinnen des Jugendclubs eingeleitet. Außerdem seien auch gegen die Leiterin des Jugendamtes und die Jugendstadträtin Sarah Nagel Strafanzeigen gestellt worden wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt.
"Es geht hier um das Versagen des bezirklichen Jugendamtes, das Kinder und Jugendliche als besonders vulnerable Gruppen schützen muss", sagte Günther-Wunsch. "Es ist die oberste Aufgabe jedes Jugendamtes in unserem Land. Es muss den Kinderschutz gewährleisten."
Hintergrund des Falls ist der Vorwurf, dass eine 16-Jährige im November 2025 in einem Jugendclub in der Wutzkyallee vergewaltigt worden sein soll. Die mutmaßlichen Täter sollen die Tat gefilmt und das Mädchen damit erpresst haben. Zudem sollen sie versucht haben, die jüngere Schwester des Mädchens zu einem Treffen zu bewegen.
An die Adresse der Neuköllner Jugendstadträtin sagte sie: "Wir erleben eine Situation, dass eine Bezirksstadträtin, die selbst Gegenstand von Ermittlungen ist, an der Aufklärung mitwirken soll." Was in Neukölln geschehen sei, seien keine Einzelfehler, sondern "ein strukturelles Problem". Günther-Wünsch kritisierte auch den Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel, SPD, der sich "mit keinem einzigen Wort" zu dem Fall geäußert habe. Die Senatorin hat mittlerweile alle rund 400 Jugendfreizeiteinrichtungen der Stadt aufgefordert, ihre jeweiligen Kinderschutzkonzepte vorzulegen.
In der eidesstattlichen Versicherung, die dem rbb vorliegt, heißt es, als die Mitarbeitenden die zuständige Mitarbeiterin des Jugendamtes aufgefordert hätten, Anzeige zu erstatten, habe diese sinngemäß geäußert, dass die muslimischen Jungen bereits genug im Visier der Polizei seien und sie einen Generalverdacht verhindern möchten. Eine Anzeige wurde in der Folge nicht gestellt.
Darauf angesprochen, sagte die Neuköllner Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke) am Mittwoch im Gespräch mit der rbb24 Abendschau: "Ich kann dazu nur sagen, dass das auf der Grundlage der Gespräche, die ich geführt habe und unserer vorliegenden Dokumente keine Rolle gespielt hat, aber es gibt jetzt offensichtlich eine andere Perspektive. Genauer festzustellen, was eigentlich passiert ist, das ist jetzt eine Frage der Aufklärung und Aufarbeitung."
Die CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Neukölln will nun über eine Abwahl der Bezirksstadträtin abstimmen lassen. Grund: Sie reagiere nicht auf die Probleme. "Das sehen wir als verwerflich an", sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende in der BVV, Markus Oegel, "sie muss reagieren, sie muss Strukturen aufbrechen. Tut sie das nicht, sehen wir sogar eine zukünftige Gefährdung weiterer Jugendliche."
Mittlerweile gibt es erste personelle Konsequenzen. Am Mittwoch teilte Nagel mit, dass eine Person im Jugendamt auf eine andere Stelle umgesetzt worden sei. Weitere personalrechtliche Schritte werden nach Angaben der Stadträtin im Laufe des Aufklärungsprozesses geprüft.
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