Mieter in Angst
Junkies haben unser Haus gekapert
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Mieter in Angst
Junkies haben unser Haus gekapert
Im Treppenhaus des Gebäudes in der Bergfriedstraße in Berlin-Kreuzberg kampieren Wohnungslose
Foto: Privat
Berlin – Ein Blick in diesen Flur ist wie ein Trip in die Drogenhölle: Auf Pappen liegen zusammengekauert Menschen zwischen blutgefüllten Spritzen, Konsum-Utensilien, Erbrochenem und Exkrementen. Fast-Food-Verpackungen mit verwesendem Inhalt, Flaschen und Abfall stehen auf dem Boden. Das Treppenhaus des Hochhauses Bergfriedstraße 11 in Berlin-Kreuzberg ist von einem beißenden Gestank erfüllt. Junkies und Obdachlose hausen in den Gängen. Anwohner fühlen sich vom Vermieter Gewobag im Stich gelassen.
Diese Aufnahme haben Mieter vom Treppenhaus gemacht
Foto: Privat
„Viele Bewohner trauen sich nicht mehr durchs Treppenhaus“, sagt Burhan Ü. (46) zu BILD. „Frauen und Kinder können oft nur noch in Begleitung nach draußen gelangen und müssen auf dem Rückweg unten abgeholt werden.“ Sogar erwachsene Männer gehen nur noch mit Pfefferspray durch den Flur. Immer ein Tuch vor der Nase wegen des Geruchs. Die Mieter sind gezwungen, einen Hindernislauf durch schlafende Menschen zu bewältigen. „Eine Frau kam kürzlich nicht aus ihrer Wohnungstür, weil ein Körper dort lag, sie musste Stunden warten“,
so Burhan Ü.
Das Haus Bergfriedstraße 11 nahe Wassertorplatz in Kreuzberg
Foto: michael körner
In den vergangenen drei Monaten habe es rund dreißig Einbruchsversuche in diesem und im benachbarten Gebäude gegeben. „In der neunten Etage wurde versucht, in eine Wohnung einzudringen, während sich ein Kind alleine darin aufhielt“, berichtet Burhan Ü. „Es schrie laut, woraufhin der Täter geflüchtet ist.“ Vor drei Jahren brannte es im Keller, das ganze Haus war zeitweise nicht bewohnbar. „Hauptproblem ist die Eingangstür, sie ist immer geöffnet. Das Schloss ist defekt“, sagt Burhan Ü. „Jeder kann rein und raus.“
Auf dem Fenstersims hat jemand eine blutgefüllte Spritze abgelegt
Foto: X/berlinerspargel
Vor den Kinderfahrrädern liegt ein zusammengekauerter Mensch
Foto: Privat
Viele Bewohner hätten die zuständige Wohnungsbaugesellschaft Gewobag mehrfach über die Probleme informiert. „Ohne eine erkennbare Reaktion oder nachhaltige Lösung“, sagt Burhan Ü. Auch BILD berichtete mehrmals in den vergangenen Jahren über die katastrophalen Zustände in der Bergfriedstraße 11.
Wer an die Kinderwagen möchte, muss an diesem Schlafenden vorbei
Foto: Privat
Jetzt sagt ein Gewobag-Sprecher: „Wir bedauern die entstandene Situation und die damit verbundenen Beeinträchtigungen für die Bewohner ausdrücklich. Die Situation durch Unbefugte im Gebäude ist uns bekannt.“ Das Zugangsschloss sei immer wieder repariert und aufgebrochen worden. Nun sei eine spezialisierte Fachfirma beauftragt worden, die Eingangstür des Berliner Mietshauses umfassend zu verstärken und gegen erneute Beschädigungen zu sichern.
Su (9) und Mutter Emel U. (35) möchten gern wegziehen, finden aber keine neue Wohnung
Foto: michael körner
Ein Mieter geht nur noch mit Pfefferspray durch den Hausflur
Foto: michael körner
Eine Sonderreinigung sei veranlasst worden. Zusätzliche Streifen durch Sicherheitsdienste würden geprüft.
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