So schlimm waren die Ausschreitungen im Amatuer-Pokal
Kind Verletzt! Hitler-Gruß!
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So schlimm waren die Ausschreitungen im Amatuer-Pokal
Kind Verletzt! Hitler-Gruß!
Polizisten sichern das Paul-Kalkbrenner-Sportfeld gegen die Randale der BFC-Fans
Foto: Matthias Koch
Ein verletztes Kind, verletzte Polizisten und strafrechtliche Ermittlungen: Das Berliner Landespokal-Halbfinale zwischen Sparta Lichtenberg und dem BFC Dynamo am Sonntag wurde von schweren Ausschreitungen überschattet. Das Ausmaß ist noch größer, als bislang angenommen.
Anhänger des BFC hatten von außen Pyrotechnik in die Zuschauerbereiche geworfen. Im Anschluss gab es auf dem Sportplatzgelände des mit 1055 Besuchern ausverkauften Paul-Kalkbrenner-Sportfeldes Rangeleien zwischen der Polizei und BFC-Fans. Schiedsrichter Julius Hanft schickte beide Teams für elf Minuten in die Kabine.
Am Sonntag vermeldete die Polizei acht Festnahmen und zwölf leicht verletzte Beamte. Am Montag nannte sie weitere Details und korrigierte auf sieben Festnahmen. Demnach wurden Polizisten von Dynamo-Anhängern aus dem Gästeblock heraus mit Böllern und Glasflaschen beworfen und mit Faustschlägen attackiert, nachdem Beamte beweissichernde Videos der Pyrozündler aufgenommen hatten. Die Polizei setzte Pfefferspray gegen die Angreifer ein.
Neben den zwölf verletzten Polizisten kamen auch ein Kind (durch Knalltrauma) und ein Ordner zu Schaden. Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen gab es zwei Strafanzeigen wegen besonders schwerem Landfriedensbruchs und vier Festnahmen. Zwei weitere Strafanzeigen erhielten BFC-Anhänger, die den Hitlergruß gezeigt haben sollen.
Rund 150 Beamte blieben auch nach Spielende im Dienst: In einem Lokal in der Weitlingstraße soll eine Personengruppe lautstark und mehrfach verfassungsfeindliche Parolen skandiert haben. Die alarmierte Polizei führte bei elf Personen eine Identitätsfeststellung durch – augenscheinlich BFC-Anhänger. Es kam zu Widerstandshandlungen und Beleidigungen gegenüber Einsatzkräften. Verletzt wurde niemand. Nach Beendigung der Maßnahmen konnten die Personen gehen. Die Ermittlungen dauern an.
Augenzeuge des Pokalspiels war Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes. Schultz monierte, dass es wohl einen Internet-Aufruf gab, dass auch BFC-Anhänger ohne Ticket zum ausverkauften Spiel kommen sollten. Schultz: „Das war nicht sehr hilfreich.“ Schultz lobte Schiedsrichter Hanft für seine Spielleitung. Die abwechslungsreiche Partie beider Teams wurde durch die Ausschreitungen aber fast nebensächlich. Schultz: „So etwas braucht kein Mensch.“
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